Die Elbe kam

Nach den langen Regenfällen im Frühsjahr 2013 begann die Elbe Ende Mai langsam zu steigen. Noch gab es in den Medien speziell für die Elbe keine Anzeichen von Besorgnis. Aber Anfang Juni ging Meldung ein, dass die Elbe steigen massiv steigen wird und dass das Jahrhunderthochwasser von 2002 an Höhe  überschritten werden sollte. Daraufhin begannen wir am Montag, den 3. Juni 2013  eilends alle tragbaren Gegenstände und Möbel aus dem Erdgeschoss des Hauses in die oberen Etagen zu räumen. Einen Plan gab es nicht - nur hoch, alles mußte hoch.

Dienstag, den 4. Juni gegen 17.30 Uhr flutete die Elbe das Haus. Noch immer wateten wir mit Gummistiefeln in das Haus, um zu retten, was noch zu retten war. Die Elbe stieg schnell. Bald war das Haus nicht mehr zu betreten. Wasserwirbel sprudelten im Haus. Da saßen wir nun, gegenüber vom Herrenhaus vor unserem Bunten Haus und sahen zu, wie die Elbe vom großen alten Haus Besitz ergriff. Das Wasser stieg und stieg.

Am 6. Juni 2013 erreichte das Hochwasser seinen Höchststand. Es hatte das Erdgeschoss des Herrenhauses (die Ferienwohnung, den Frühstücks- und Caferaum, die Hauswirtschafts- und Sanitärräume) mit 1,60 m Wasserhöhe geflutet. Zum Glück regnete es nicht mehr. Die Sonne schien und eine Entenfamilie ergriff Besitz von der Ferienwohnung um mit ihren Kinderlein ein und aus zu schwimmen. Auch der Biber kam vorbei und drehte eine Schwimmrunde in unserem Barockgarten, welcher natürlich unter den Fluten vollständig verschwunden war.

Als die Elbe langsam sank, konnten wir das Ausmaß der Beschädigungen schon erahnen. Der Lehmputz war teilweise von den Wänden gewaschen. Neue Durchblicke durch ehemals zugemauerte Türöffnungen ergaben sich. Die historischen Kachelöfen waren gewässert und teilweise zusammen gefallen. Unser grüner Jugendstilkachelofen wurde unwiderbringlich ein Opfer der Elbe.

Die Elbe hinterließ im Haus und auf dem Grundstück dunklen schmutzigen Schlamm und viel viel Treibgut. Nun mußte schnellstens eifrig geputzt und gekärchert werden.

Wir möchten uns an dieser Stelle recht herzlich bei der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Wehlen bedanken, welche unser Notstromaggregat per Boot zum Herrenhaus fuhren und somit ermöglichten, das sofort mit den notwendigen Reinigungsarbeiten begonnen werden konnte.

Desweiteren möchte ich mich recht herzlich bei den zahlreichen Helfern bedanken, die von nah und fern herbei eilten, um selbstlos bei den Aufräumarbeiten mit an zu packen. DANKE! Es war berührend die intensive Hilfe zu erleben, welche von fremden Menschen gegeben wurde.

Ebenfalls geht mein herzlicher Dank an die Spender, welche mit kleinen und großen Gaben halfen, dass der historische Kachelofen mit dem Adlergesims gerettet werden konnte und mir somit in der Verzweiflungsphase ein Zeichen gab, dass es weiter gehen kann. DANKE!!! Und es geht weiter. Wir bauen nachhaltig und im Hinblick auf die Hochwassergefahr der Elbe wieder auf.